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Der Alte
Der frühere Bergmann Torgler hat nach der Schließung seiner Zeche umgeschult zum Anstreicher. Seine Gesundheit ist jedoch angegriffen. Er kann das Arbeitstempo seiner Akkordkolonne nicht mithalten. Der Chef nimmt ihn aus der Gruppe heraus und setzt ihn nur noch für Hilfsarbeiten ein. Seine Entlassung ist abzusehen. - Als sein Arbeitskollege Nöll, der mit ihm die Wohnung teilt, im Streit seinen Auszug ankündigt, läuft Torgler Amok.
Münchener Merkur v. 19. 2. 75
“Ein sorgfältig, leise und genau situiertes Psychogramm, eine Situationsbeschreibung, die mit einem Knalleffekt endet, der berechenbar war: Renke Korn schaffte es mit seinem von Rainer Wolffhardt behutsam inszenierten Fernsehspiel »Der Alte« ( ZDF ) das Bild eines Menschen zu zeichnen, der durch Berufs- und Arbeitswechsel, aber auch durch persönliches Mißgeschick den Kontakt zu seiner Umwelt verloren hat, durch fremdes und eigenes Verschulden nicht mehr integrierbar erscheint, der »alt« ist, nicht seiner 55 Jahre wegen, sondern weil er unbeweglich und enttäuscht ist.
Herbert Stass spielte diesen Typus mit seiner Unbeholfenheit, seiner väterlichen Fürsorge, seiner nicht bös gemeinten Aufdringlichkeit, seiner Pedanterie und Gebrochenheit fast etwas zu kühl, redlich aber und glaubhaft.
In Claus-Theo Gärtner fand er einen ebenbürtigen Partner, der der Figur des Jüngeren, Verständnisvollen und sympathisch Begütigenden, aber naturgemäß auch Egoistischen kräftige Kontur verlieh.
Auch: ein Männerdrama, angedeutet eine hoffnungslose, weil nicht auslebbare Liebesgeschichte, und ein bemerkenswerter Krimi. Eines der überzeugendsten Fernsehspiele der letzten Zeit.” |