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In Alfreds bruchstückhaften Erinnerungen wird die Aufbruchstimmung von 1968 neu beschworen, werden aber auch die Momente der Resignation, des Rückzugs ins Private deutlich. Alfreds Bilanz ist ein Selbstmordversuch - der jedoch nicht funktioniert.
Wie weiterleben? Alfred macht sich auf die Reise und sucht Bekannte und Freunde aus seiner politisch aktiven Zeit auf in der Hoffnung, dort ein beispielhaftes Leben zu erfahren. Doch was er erlebt, sind Fluchtbewegungen aus der Realität ins Private, ins Unpolitische, in die Idylle, ins "alternative Leben" fernab der bundesrepublikanischen Wirklichkeit. Alfreds Erkundungsreise endet auf Kreta bei ehemaligen Freunden, die sich hierher zurückgezogen haben.
Von Kreta kehrt Alfred nach Berlin zurück. Die Fluchtlösungen seiner Freunde kann er für sich nicht akzeptieren. Ohne Illusionen über die erreichbaren Ziele und eher suchend wird er teilnehmen an den neuen politischen Bewegungen der Zeit.
Renke Korn verarbeitet hier persönliche Erfahrungen und legt die Rat- und Orientierungslosigkeit als Lebensgefühl einer Generation offen, die Ende der sechziger Jahre vom "Aufbruch zu neuen Ufern" träumte und ihre Ohnmacht gegenüber dem sich durchsetzenden Zeittrend traumatisch erlebte.
Frankfurter Rundschau
“Die Geschichte, die Renke Korn erst zu später Stunde in der Reihe ´Das Fernsehspiel der Gegenwart´ präsentieren konnte, spiegelte auf einen Streich die Situation der ganzen Generation der heute 35- bis 40jährigen, die sich 1968 politisch engagiert und sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich an die Möglichkeit umwälzender Veränderungen geglaubt hatten.
Was Korn am Beispiel des Ehepaares Bettina und Alfred sowie ihres Freundeskreises, speziell an der Entwicklung Alfreds, schilderte, war Stück für Stück von gelebter Realität, sprich Erfahrung geprägt (die Erklärung findet sich im autobiografischen Charakter des Films). Es gelang Korn, in einem umfassenden Panorama einen verhängnisvollen Kreislauf zu beschreiben und damit genau den Kern der Problematik zu erfassen. Wenn nämlich enttäuschende Abläufe im zunächst allzu idealistisch angegangenen Beruf teils verständlicherweise zu Resignation führen und keine Perspektiven mehr denkbar scheinen, dann erlahmt die Aktivität. Die uneingestandenen Selbstvorwürfe, die daraus resultieren, können wiederum ihren Niederschlag in Aggressionen in der Richtung finden, die den geringsten Widerstand zu bieten scheint, in derBeziehung zum Partner. Dann wird auch das Privatleben zum Streß, und damit schließt sich der Kreis.Mit hautnaher Glaubwürdigkeit vollzog der Film die einzelnen Stationen eines totalen Zusammenbruchs, angefangen beim einigermaßen unfairen Auszug der Ehefrau in einer Art Aktion Heinzelmännchen bis zur womöglich allzu optimistischen - und auch da wieder symptomatischen - Andeutung eines den Ansprüchen genügenden Neubeginns, der zugleich Wiederaufnahme und somit Kontinuität bedeuten könnte.
Die Geschichte wirkte umso überzeugender, als Renke Korn sich formal nicht auf Experimente einließ, sondern konservativ-klassisch vorging und nach einer halbstündigen Einführung bis hin zur Krise dann mit berechenbarer Regelmäßigkeit Gegenwart und erläuternde Rückblende miteinander verzahnte.
So lebendig wurden ´1968 und die Folgen` - zumindest für die in irgendeiner Weise Beteiligten - schon lange nicht mehr.”
Frankfurter Allgemeine Zeitung
“Aus dieser exemplarischen Gechichte hat Renke Korn einen keineswegs durchschnittlichen Film gemacht.”
Westfälische Rundschau
“Und auch bei der Charakterisierung des sozialen Umfelds muß dem Berliner Regisseur »Maßarbeit« attestiert werden, die »Szene« wurde treffend beschrieben.”
Aachener Volkszeitung
“Verhaltener Optimismus also am Ende einer gut inszenierten, nüchternen Zeitstudie.”
Kieler Nachrichten
“Ein großes Lob für den Regisseur, denn jeder dieser Typen ist glänzend besetzt.”
epd
“Die Eindringlichkeit des Films liegt deshalb vor allem dort, wo Verhalten ganz sparsam angedeutet wird, wo Entwicklungen knapp gezeigt werden und im Gestus der Figuren sichtbar werden. Daß dies über die Story von der Ehekrise hinaus soviel Eigenständigkeit gewinnt, hebt den Film über den Fernsehspieldurchschnitt heraus.”
Interview mit Renke Korn zu “Die Rückkehr der Träume”
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