Renke Korn
 Aktuelles
 Theaterstücke
 Filme
 Hörspiele
 Prosa
 Features
 Malerei
 Im Handel
 Biografie
 Über R. K.
 Würdigungen
 Foto
 Kontakt
 Impressum
 Das Klopfen

Das Klopfen

Hörwelt  v. April 99

“Renke Korns Hörspiel »Das Klopfen« mag anspielen auf das biblische Motto der dreimaligen Verleugnung Petrus´, und es mag etwas haben von Edgar Allan Poes Geschichte »The Tell-Tale Heart« . Elemente dieser Erzählstoffe spielen eine Rolle, doch was Korn daraus gemacht hat, ist sehr modern und sehr nachvollziehbar in den Problemlagen der heutigen Gesellschaft.

Martin Bechler hat seine Mutter getötet, weil er es nicht ertragen konnte, sie als hilflosen Pflegefall dahinvegetieren zu sehen. Sein »Mord«  ist Ausgangspunkt einer Entscheidung zur Verantwortung.  Seinen Vater hat er - so sieht es der Schuldgeplagte - dreimal im Stich gelassen.  Hat ihm ein würdiges Ende versagt. Er ließ den Vater in der Obhut seines Bruders, obwohl er die Entrechtung des alten Mannes deutlich sah.

Allerdings wird ihm seine Tat von der Staatsanwaltschaft und von seinem Bruder als heimtückisches Verbrechen ausgelegt, um mit dem Erbe seine marode Buchhandlung zu sanieren. In Untersuchungshaft spricht er sich seine Beweggründe von der Seele, nimmt sie auf Kassette auf für seine zwölfjährige Tochter, der er sein Verhalten erklären will.  Dies noch treibt ihn an.  Und das Klopfen eines Mitgefangenen: das titelgebende und scheinbar nebensächliche Motiv als Zeichen des Lebens und des Gewissens.

Die Inszenierung Ulrike Brinkmanns mit Günter Lamprecht, Alexander Grill, Claudia Amm und Gisela Zülch in den Sprecherrollen läßt dem beinahe monologischen Stoff seine sprachliche Intensität. Sehr behutsam wird die Szenerie zum Hör-Raum ausgeweitet.  Die Dokumentation der Seelenlage qua Tonband: die Briefe aus gesprochenen Worten an die Tochter sind ein geschickter Kunstgriff, das Stück als genuines Hörspiel zu entwickeln.  Auch wenn hier nicht alle Möglichkeiten der Inszenierung genutzt wurden: Es überzeugt, weil Korn die Rechtfertigungen des Täters nicht entkommen läßt aus den Verwicklungen seiner persönlichen Motive.  Es überzeugt, weil Günter Lamprecht die spärliche Soundeinkleidung des Stückes nutzt, um den schwierigen Charakter des Martin Bechler zu entwickeln.  Und es überzeugt, weil hinter dem Hörspiel mehr steckt als bloß eine gute Idee.”  Thomas Krüger

 

Hoerothek

“Toll inszeniertes Hörspiel, qualitativ hochwertig aufgenommen, mit hervorragenden Sprechern besetzt und mit wenigen, dafür aber effektvollen Geräuschen zu einem dreidimensionalen Hörvergnügen aufgerundet. Ein sehr kontroverses Hörspiel, das die Frage nach aktiver Sterbehilfe neu auf den Tisch bringt - sehr fesselnd vertont. Ein erstklassiger Krimi - auch wenn man von Anfang an weiß, wer der Mörder der alten Frau ist.”

Bestenliste: Hörsinnig gut! März 2002    www.hoerothek.de

 

Slabesz-Preis der Internationalen Österreichischen Hörspieltage 1996

 

Als CD erschienen in der Reihe “Ohrenweide” der Pharos Medien - s. Im Handel